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Alarm: Piraten kapern Sachsen gute Marken

 

VON DOREEN GRASSELT

 

Johanngeorgenstadt - Produktpiraten klauen unsere Marken! Nachdem die erzgebirgischen Männelmacher schon von der Plagiatsflut heimgesucht wurden, hat's nun auch die Textilindustrie erwischt. Der Schaden geht allein in Sachsen in die Millionen!

 

Die Ausstellung "Echt gefälscht" im Hotel "An der Kammloipe" in Johanngeorgenstadt widmet sich dem Piraterie-Problem. Ob Räuchermannchen, Fußballtrikots, Hosen oder Schuhe - sogar Musikinstrumente werden von Produktpiraten gekapert. Mindestens 85 Prozent der abgekupferten Waren stammen aus China. Das kostet die sächsische Textilbranche mehr als 6,5 Millionen Euro im Jahr, vernichtet Tausende Arbeitsplätze. "Tendenz steigend", weiß Projektleiter Egon Leistner (60).

 

Dabei sind die hohen Verluste nicht das einzige Problem. Giftige Farbstoffe und Weichmacher schädigen die Haut, billige Verarbeitungen können sogar zu schlimmen Unfällen führen. "Bei billigen Wanderschuhen fehlt der Halt und man knickt leicht um", erklärt Leistner. "Bei gefälschten kälte- und regenabweisenden Jacken kann es sogar passieren, dass die umgekehrte Wirkung eintritt und man bei Kälte erfriert." Der Apell der Produktschützer geht vor allem an den Zoll. "Der guckt nämlich nur zu", schimpft Leistner. "Außer es geht um Zigarettenschmuggel - da gibt's wegen Steuerverluste großes Geschrei. Mehr als aufklären können wir leider nicht." Dabei bekommt die Textilbranche jetzt prominente Unterstützung. Den die Stars des FC-Erzgebirge Aue signieren am 14. November im Kammloipe-Hotel für die Fans Veilchen-Trikots. Selbsverständlich nur Originale.

 

Morgenpost 23.10.2011

 


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