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Produktpiraterie trifft Textilindustrie besonders stark

Berlin/Chemnitz - Zollbeamte haben an den EU-Außengrenzen im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viele gefälschte Waren beschlagnahmt wie im Vorjahr. Betroffen ist laut Egon Leistner, Geschäftsführer der Dienstleistungsgesellschaft Textil, besonders die Textil- und Modeindustrie. Rund die Hälfte der 178 Mio. Artikel kam aus diesem Bereich. Alleine in Sachsen schätzt Leistner die entstandenen Umsatzeinbußen auf fünf Mio. Euro.

"Die Herkunftsländer der Waren sind immer die gleichen", sagt Leistner. China, seit Jahren Nummer eins, habe für gefälschte Schuhe mit einem Marktanteil von rund 90 Prozent fast ein Monopol. Christoph Schäfer, Rechtsberater des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, sieht ein Versagen nicht nur bei der Politik: Gerade im Bereich Mode sei es für Käufer schick, gefälschte Ware zu kaufen. "Sie machen sich strafbar - oft ohne es zu wissen." Nicht zu vergessen sei der gesundheitliche Aspekt, warnt Leistner. Gefährliche Farben etwa, die in Deutschland gar nicht zugelassen seien, könnten Allergien auslösen. Einen Tipp für Käufer hat der Textilexperte: "Sie sollten beim Kauf Ihrer Nase vertrauen: Was chemisch riecht, ist meist ungesund für die Haut." got

 

Die Welt, 14. Oktober 2009

 


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